Cabane du Trient (Trienthütte, 3170 m) über Refuge Albert

Wir trafen uns mit unserem Bergführer Marcel an der Seilbahnstation in Le Tour. Der kleine Ort liegt etwa acht Kilometer nördlich von Chamonix. Von dort fuhren wir ein paar Höhenmeter mit dem Sessellift, der auch von normalen Wanderern und MTB-Fahrern genutzt wird. Von da aus ging es Richtung Gletscher. Marcel legte ein strammes Tempo vor uns wir folgten zügig. Uns war klar, dass Marcel unsere Kondition und Geschwindigkeit in den nächsten zwei Tagen testen wollte, um uns besser einschätzen zu können. Die Landschaft war atemberaubend. Das Wetter war noch gut. Für den späteren Tag und die kommende Nacht war jedoch Niederschlag vorhergesagt. Das erste Zwischenziel war die Albert Hütte. Eigentlich war bereits hier die erste Übernachtung angedacht und dann eine weitere in der Trienthütte. Dani und ich mussten die ursprüngliche Mont-Blance-Tour jedoch aus terminlichen Gründen von normal 6 auf 5 Tage verkürzen. Und wie sich später herausstellte, war das sogar ein großer Glück, denn das Wetter stand zum geplanten Gipfelaufstieg noch auf der Kippe.

Aufstieg zur Alberthütte – Refuge Albert

Knapp oberhalb der Albert Hütte erreichten wir den Gletscher und zogen unsere Steigeisen an und bildeten eine Seilschaft. Der Himmel war zugezogen. Dennoch drang durch die Wolkendecke ordentlich Strahlung und wir behielten unsere Sonnenbrillen zum Schutz der Augen auf. Wir waren in langer Kleidung und die Gliedmaßen waren vor der UV-Strahlung in Sicherheit, aber ich trug keine Handschuhe und ich konnte den verbrannten Geruch meiner Hände wahrnehmen, wie man ihr vom Sonnenbaden kennt. Das Gelände wurde immer steiler. Marcel trieb uns mit unerbittlichem Tempo voran. An der höchsten Stelle der Tour mussten wir eine leichte Kletterei über Felsen machen, bevor sich für die restliche Strecke weite Schneeflächen über Gletscher auftaten. Marcel kannte die Gegend. Alleine hätte ich mich nicht über die Schneefläche getraut. Wir sahen immer wieder Spalten, die teilweise fast ganz von Schnee verdeckt waren. Die Wolkendecke wurde labil. Das geschlossene Grau bekam Lücken, dafür türmten sich anderswo dicke Wolken auf und Schauer standen bald ins Haus. Wir überquerten den Gletscher und erreichten den letzten felsigen Aufstieg zur Trienthütte, als die ersten nassen Schneeflocken niedergingen. Die Steigeisen wurden weggepackt und wir machten uns an die letzten Höhenmeter. Es begann stärker zu schneien, aber wir erreichten zügig die Hütte. Dani hatte besonders Probleme mit der Höhenluft, an die wir natürlich noch nicht gewöhnt waren.

Ausblick knapp unterhalb der Trienthütte

Die Trienthütte ist eine sehr einfach ausgestattete Hütte ohne großen Schnickschnack. Ob wir am nächsten Tag wie geplant auf die Aiguille du Tour (3.542 m) steigen können war unklar, da das Wetter für den nächsten Tag mit Schneefall vorhergesagt war. Und als wir frühmorgens aufstanden, war klar, dass ein weiterer Aufstieg wetterbedingt nicht möglich war. Wir begaben uns nach dem Frühstück daher auf dem gleichen Weg zurück auf dem wir gekommen waren. Ohne größere Probleme konnten wir trotz zeitweiligen Schneefalls absteigen und fuhren im Tal angekommen nach Chamonix zurück.

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