Test: Leichte Regenjacken mit kleinem Packmaß fürs Fahrrad

Im folgenden Test möchte ich drei von mir genutzte Regenjacken fürs Rennrad und Gravelbike vorstellen. Jede der Jacken hat für mich ihre Berechtigung und eine Besonderheit, durch die sie sich von anderen Jacken unterscheidet. Die Jacken haben ein kleines Packmaß und können in einer Trikot-Rückentasche verstaut werden. Alle drei Regenjacken besitzen einen verlängerten Rücken, der vor Spritzwasser an Po und unteren Rücken schützt. Die Verlängerung ist jedoch nicht übermäßig lang, so dass Spritzwasser Sattel und Po erreichen kann. Dies ist ein Kompromiss, da sich durch mehr Material (durch eine ausgedehntere Verlängerung) auch Gewicht und das Packmaß vergrößern würden. Ich trage die Jacken ausschließlich über Langarm- und Kurzarmtrikots und ziehe diese Jacken nicht über andere Softshelljacken oder Kleidung mit Membranen an. Die Jacken besitzen für sich keine wärmende Schicht. Daraus ergeben sich die Einsatzbereiche hinsichtlich der Temperatur in der unterstehenden Tabelle. Für eine Frau friere ich eher wenig. Mein Temperaturempfinden entspricht dem eines durchschnittlichen männlichen Radfahrers. Frauen-typisch friere ich an den Extremitäten schneller als am Oberkörper. Die Produkte sind seit mehreren Jahren im Einsatz, daher sind sie mitunter nicht mehr in der von mir getesteten Version auf dem Markt verfügbar. Nachfolgeprodukte gibt es jedoch zu kaufen und unterscheiden sich kaum zum getesteten Original. Ich habe die Nachfolgeprodukte und deren aktuellen Preis sowie andere Daten (Gewicht, Material etc.) recherchiert und im Test berücksichtigt.

Biehler Technical Reflective

Quelle: https://www.biehler-cycling.com

Die Regenjacke der Marke Biehler TECHNICAL REFLECTIVE besticht durch hohe Reflektivität, welche für mich das klare Kaufargument war. „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ steht bei mir Hoch im Kurs. Die Jacke ist so konstruiert, dass Licht, welches auf die Jacke trifft, reflektiert wird. Sie reflektiert also im Ganzen. Leider ist die Jacke ohne Lichteinfall ausschließlich grau, so dass die Sichtbarkeit ohne die Bestrahlung mit künstlichem Licht eher schlecht ist. Gerade in der Dämmerung sind einige Autofahrer noch ohne Licht unterwegs. Das von mir gekaufte Modell ist drei Jahre alt. Das aktuelle Nachfolgemodell besitzt jedoch 1:1 die gleichen Daten hinsichtlich Material, Atmungsaktivität, Schnitt etc. Es gibt lediglich drei Unterschiede. Der Preis ist beim Nachfolgemodell („Defender Reflective“) mit 230 Euro um einiges höher als bei der von mir erstandenen Jacke. Das ursprüngliche Modell wurde in Deutschland hergestellt. Das aktuelle Nachfolgemodell hingegen in Portugal. Die neue Ausführung besitzt eine durchgehende Rückseite, während mein Modell im oberen Bereich mit Lüftungslöchern versehen ist, die von oben abgedeckt sind, so dass sie vor dem Eindringen von Nässe geschützt ist. Die Jacke ist wasserdicht mit einer Wassersäule von 10.000 mm. Die Atmungsaktivität wird mit 10.000 g/m²/24h angeben. Die Jacke ist aus einer zweilagigen Membran aufgebaut und besteht je zur Hälfte aus Polyester und Polyurethan. Der Schnitt wird als Race-Schnitt mit verkürzter Vorderseite beworben. Die Regenjacke wird in einem wasserdichten Transportbeutel geliefert, der wie die Jacke aus komplett reflektierendes Material ist. Die Atmungsaktivität ist überdurchschnittlich gut, schneidet im Vergleich zu den anderen beiden Jacken aber am wenigsten gut ab. Bei Anstrengung im oberen Grundlagenbereich ist mein Trikot nach einer Fahrt unter der Jacke komplett nass-geschwitzt. Daher trage ich die Jacke ausschließlich im Alltag, wenn ich mich nach der Radfahrt umziehen kann. Neben der Reflektivität empfinde ist den hochgeschlossenen Kragen, der zudem etwas wärmer konstruiert ist, als sehr positiv. So ist man auch ohne Halstuch (welches sich bei Regen vollsaugen würde) vor Kälte und Nässe geschützt. Ein höherer Kragen ist bei Biehler-Produkten selten zu finden. Im Vergleich zu den anderen beiden Jacken, die ebenfalls einen renntauglichen Schnitt besitzen, ist die Vorderseite noch eine Ecke kürzer. Bei starkem Regen ist mir das etwas zu kurz, da hier weniger Schutz besteht. Daher trage ich bei dieser Jacke Größe S. Größe XS wäre mir deutlich zu kurz.

Sportful HOT PACK NoRain w

Quelle: https://www.sportful.com

Die Jacke HOT PACK NORAIN von Sportful ist ein Klassiker und seit vielen Jahren auf dem Markt. Sie besitzt eine Rückentasche mit Innenbeutel indem die Jacke verstaut werden kann, so dass sie beim Transport geschont wird. Die neueste Version wurde hinsichtlich der Dehnbarkeit verbessert. Die Jacke besitzt einen hohen Kragen und reflektierende Elemente. Die 2022 Version ist in den Farben schwarz, weiß und orange verfügbar. Je nach Farbe unterscheidet sich die Sichtbarkeit tagsüber und in der Dämmerung. Das Hauptmaterial ist Polyamid. Die Einsätze bestehen zu 86% aus Polyester und zu 14% aus Elasthan. Ich besitze die Jacke in Größe S. Bei Größe XS wäre es mir nicht mehr möglich darunter in den Trikottaschen größere Gegenstände mitzuführen. Die Ärmel besitzen am Ende eine Schlaufe für den Daumen. Sportful hat mit der Hot Pack NoRain Jacke einen Allrounder geschaffen. Gute Atmungsaktivität, sportlicher Schnitt, kleines Packmaß und relativ gute Robustheit machen die Jacke zur ersten Wahl in vielen Situationen. Das Verhältnis von Preis und Leistung ist sehr gut. Die Jacke wird von vielen Shops angeboten und kann mit etwas Glück auch stark reduziert erstanden werden. Für mich ist die einzige wirkliche Schwäche: die zu geringe Anzahl an reflektierenden Elementen.

GOREWEAR C7 GORE-TEX SHAKEDRY™

Quelle: www.gorewear.com

Die C7 GORE-TEX SHAKEDRY™ von GOREWEAR ist die mit Abstand leichteste Regenjacke mit dem zugleich kleinsten Packmaß. Das aktuelle Modell 2022 unterscheidet sich lediglich in der Farbe zu meinem älteren Modell. Aktuell gibt es die Jacke nur in der Farbe schwarz. Mein älteres Modell besitzt farbige Ärmelabschlüsse, um die Sichtbarkeit tagsüber zu erhöhen. Die Logos auf der Jacke sind reflektierend. Mir persönlich ist die Sichtbarkeit damit noch zu gering. Die Jacke besteht zu 100% aus Polyamid. Sie ist sehr atmungsaktiv und kann mit der von durchschnittlichen Windjacken ohne Regenschutz mithalten. Sie kommt bei mir bei Eintagestouren – vor allem in alpinem Gelände – und Rennen zum Einsatz. Nachteil ist neben dem hohen Preis die hohe Empfindlichkeit der Jacke, weshalb ich sie nicht im Dauereinsatz habe und im Alltag nie verwende, auch wenn sie hinsichtlich der Atmungsaktivität die Nase vorne hat. Die Jacke besitzt am Rücken eine etwas seitlich versetzte Reißverschlusstasche in der sich eine Gummischlaufe zur Befestigung von Schlüssel o.ä. befindet. Ich trage sie in Größe 34 EU.

Übersicht:

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